Das Klappern der Hufe ist verhallt, die schweren Holzfuhrwerke haben ihre historische Reise beendet, die Faszination bleibt: Der historische Salzzug ist am 11. Juli 2026 wieder einmal durch Oberstaufen gezogen.
Nur alle drei Jahre findet dieses sehenswerte Event statt. Wenn die schweren Pferdegespanne, begleitet von Reitern und Reisenden in historischen Gewändern übers Land und durch die Dörfer ziehen, sind Einheimische und Allgäu-Liebhaber gleichermaßen fasziniert.
Doch was steckt eigentlich hinter dieser Tradition? Tauchen wir ein in die Geschichte des Allgäus, in eine Zeit als Salz noch wertvoller war als Gold.
Das "weiße Gold" aus Tirol - als das Allgäu zur Hauptverkehrsachse wurde
Im Spätmittelalter und der frühen Neuzeit war Salz weit mehr als ein Gewürz. Es war das einzige Mittel, um Lebensmittel wie Fleisch und Fisch für den Winter haltbar zu machen. Noch heute erfüllt es auch in der Käseproduktion eine wichtige Funktion. Und das Allgäu lag damals geostrategisch goldrichtig. Im 15. Jahrhundert wurde das Salz aus den Salinen in Hall in Tirol zu einem echten Exportschlager in Richtung Schweiz und Frankreich. Um den lukrativen Salzhandel zu kontrollieren und Zölle einzustreichen, errichteten die Landesfürsten die „Salzstraße“.
Diese führte von Hall über den Fernpass nach Reutte, über das Tannheimer Tal und den Oberjochpass ins Oberallgäu und dort dann über Immenstadt und Oberstaufen bis nach Simmerberg und weiter an den Bodensee.
Die Rödler und ihre harten Tagesetappen - von Immenstadt nach Simmerberg
Der Transport war eine logistische Meisterleistung und knallharte Knochenarbeit. Die Transporteure, die man im Allgäu als „Rödler“ bezeichnet, beförderten ihre kostbare Fracht in Salzfässern mit wuchtigen Pferdefuhrwerken.
Die Strecke war in feste Tagesetappen eingeteilt und führte, von einer Faktorei zur anderen. Faktorei – so nannte man die staatlich kontrollierten Umschlagplätze. An diesen Orten und entlang der Strecke entstanden Gasthöfe, Brauereien und Handwerksbetriebe; ein gewisser Wohlstand stellte sich ein.
Die Etappe zwischen den Faktoreien in Immenstadt und Simmerberg galt als besonders beschwerlich. Sie führte mitten durch das heutige Gemeindegebiet von Oberstaufen.
Vor allem der berüchtigte „Hahnschenkel“ kurz vor dem Ziel forderte von Mensch und Tier alles ab. Bevor sich der Salzzug eben dort an den berüchtigten und beschwerlichen Aufstieg machten, legten sie deshalb in unserem Nachbarort Genhofen am Fuß des „Hahnschenkel“ gelegen, eine Rast ein, um Kraft zu schöpfen. Der Hufschmied überprüfte die Hufeisen und tauschte diese gegebenenfalls aus. Die Fuhrleute richteten derweil in der Stephanskapelle ein paar Fürbitten an ihre Nothelfer und ließen als Opfergabe Hufeisen dort zurück. Die mit Hufeisen beschlagene Sakristeitür gibt davon noch heute Zeugnis ab. Der historische Salzzug 2026 knüpft an diesen Brauch an und erhält an der Kapelle den traditionellen Segen.
Erst mit der Eröffnung der Eisenbahnlinie Augsburg-Lindau im Jahr 1853 verlor die alte Salzstraße ihre Bedeutung. Der historische Salzzug erweckt diese Ära alle drei Jahre wieder zum Leben.
Der historische Salzzug - getragen von ehrenamtlichem Engagement
Getragen vom Freundeskreis Salzstraße machen sich dann rund zehn schwer beladene historische Fuhrwerke und Kutschen auf den Weg. Neben ihrer wertvollen Fracht, den Salzfässern, transportieren sie noch weitere Handelsgüter: Bier- und Weinfässer zum Beispiel sowie Stoffballen. Wie früher, begleiten etwa 25 Reiter den Zug aus Fuhrleuten, Händlern, Marketendern und adligen Mitreisenden. Die Eskorte aus Königsegg’schen Soldaten sorgt für den Schutz der Reisenden.
Exklusiver Logenplatz - vom Balkon aus zuschauen
Als Gäste unserer Ferienwohnungen haben Sie einen Logenplatz. Sie können es sich auf dem sonnigen Südbalkon Ihres Lieblingsappartements bequem machen und ein kühles Simmerberger Rödler-Bier genießen, wenn der historische Salzzug vorbeizieht. Denn die Route führt über die Hugo-von-Königsegg-Straße direkt an unserem Anwesen vorbei. Komfortabler kann man Allgäuer Tradition und Geschichte nicht erleben.
Auch wenn der historische Salzzug für dieses Mal vorbei ist – die alte Salzstraße lädt das ganze Jahr über zu historischen Entdeckungstouren ein. Jetzt im Sommer lockt das Oberallgäu mit schönen Wanderwegen und Radtouren sowie erfrischenden Badetagen am großen Alpsee. Und im Herbst können Sie dann beim traditionellen Viehscheid Brauchtum miterleben.
Und wer sich für das nächste historische Spektakel in drei Jahren schon jetzt den besten Platz sichern möchte, sollte unseren Buchungskalender im Blick behalten.